Wie der Köbes zu seinem Namen kam

Es begab sich zu der Zeit, als in Köln die Erzbischöfe noch das Sagen hatten. Da kam es einer Eminenz eines Tages in den Sinn, eine Altbier-Brauerei in Köln anzusiedeln. Dieses Ansinnen beleidigte natürlich die kölschen Brauherren, die dem Erzbischof sofort sein Deputat strichen. Als das letzte Pittermännchen ausgetrunken war, wurde ihm nur noch Wein serviert. Davon war der Erzbischof so gar nicht begeistert und schalt seinen Mundschenk, er solle doch endlich wieder ein leckeres Kölsch bringen. Dieser berichtete ihm von dem Streik der Kölsch-Brauer. Die Brauherren wurden ins Erzbischöfliche Palais zitiert und Ihnen wurde eine Standpauke gehalten, die sich gewaschen hatte. Die kölschen Brauer hören sich alles n, blieben aber hart: keine Altbier-Brauerei in Köln, so die Forderung.
Der Erzbischof musste schlussendlich einsehen, dass er am kürzeren Hebel saß. Er überlegte und kam zu einem salomonischen Urteil: Es solle ein Wett-Trinken anberaumt werden. Jede der beiden Parteien solle den mächtigsten Trinker bringen. Wer die meisten Gläser des jeweiligen Bieres trank, war der Sieger. Es wurden Zeitpunkt und Ort festgelegt. Und wirklich: Der Tag kam. Die Niederrheiner brachten ihren größten Säufer. Nur die Kölner hatten noch keinen gefunden, der die Verantwortung auf sich nehmen wollte, für die Stadt zu trinken. Kurz vor dem Turnierbeginn trat ein kleines, spilleriges Männchen hervor, Jakob Fischer, Brauerei-Geselle in der Brauerei Scheben und sagte: "Wenn sich niemand für das Wett-Trinken findet, so will ich es versuchen. Aber es darf mir keiner hinterher, wenn ich verlieren sollte, dafür die Verantwortung in die Schuhe schieben. Ihr hattet Zeit genug, einen anderen zu finden!" Die Kölner atmeten auf.

Jakob Fischer nahm am Biertisch Platz. Er rief noch schnell seinen Sohn zu sich, der ihm eine Phiole mit Frischgepresstem Olivenöl gab, der er genüsslich austrank. Der Gong erschallte! Die ersten zehn Bier, 25, 40, 50, 60, 70, 75, 76 - der Düsseldorfer rutschte von der Bierbank in den Staub der Arena. 77 - Jakob Fischer trank sein letztes Glas aus, legte den Kopf auf den Tisch und schlief zwei Tage lang seinen Rausch aus. Aber: Er hatte ein Glas Kölsch mehr getrunken als der Düsseldorfer von seinem alten Bier - und somit für die Stadt gewonnen.
Die Düsseldorfer konnten wieder abziehen, die kölschen Brauer waren erleichtert, der Erzbischof zufrieden, bekam er doch jetzt wieder sein leckeres Kölsch - omsöns! Als Hommage für Jakob Fischer und zur Erinnerung an diese grandiose, heroische Tat, wurde von diesem Tag an in Köln den Brauknechten der Titel "Köbes" verliehen.

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