"Waldhorn, ital. Corno, Blechblasinstrument aus einer mehrfach kreisförmig gewundenen Messingröhre mit Kesselmundstück, ausladendem Schalltrichter, seit 1830 als Ventil-Horn mit 3 Ventilen. Der Ton entsteht dadurch, dass der Luftstrom durch die als Membran wirkenden Lippen in schneller, regelmäßiger Folge unterbrochen wird. Das Horn ist ein transponierendes Instrument; von den einst zahlreichen Stimmungen sind noch gebräuchlich die F- und B-Stimmung, die beide auch im Doppel-Horn vereinigt sind." Soweit der Brockhaus (Brockhaus in 5 Bänden, 8. Auflage, 1993).

Hört sich ja alles ganz toll an, aber was ist nun damit gemeint?
Nun, das Waldhorn ist eines der ältesten Blasinstrumente überhaupt und wurde zu Beginn aus Tierhörnern hergestellt. In der Folgezeit wurden auch Holz, Erz, sogar Glas verwendet, um Hörner herzustellen. Im 18. Jahrhundert wurde dann das rund gebogene Naturhorn aus Metall entwickelt, dessen Form sich bis heute als das bekannte Jagdhornerhalten hat. Über mehrere Entwicklungsschritte hinweg hat sich dann das Waldhorn in seiner heutigen Form mit drei Drehventilen entwickelt. Üblicherweise werden heute in den Orchestern, wie oben schon gesagt, Hörner in B- oder F-Stimmung verwendet. Im professionellen, zunehmend auch im Amateur-Bereich, erfreut sich das Doppel-Horn (sowohl B- als auch F-Stimmung) großer Beliebtheit. Hier werden die Vorzüge des B-Horns - leichte Ansprache sowie besserer und hellerer Klang in der Höhe - mit den Vorteilen des F-Horn - voller Ton und schöner Klang in der Mittellage und Tiefe - miteinander kombiniert und ermöglichen eine höhere Sicherheit und Flexibilität im Vortrag.

Erwähnenswert ist hier noch die Länge des Instruments. Würde man ein Horn abwickeln, so ergibt sich für das B-Horn eine Länge von 2,75 m und für das F-Horn eine Länge von 3,78 m. Diese Länge von 3,78 m für das F-Horn ist (u. a.) auch ein Grund für die gefürchteten sog. Horn-Kiekser mit denen jeder Hornist und jedes Orchester leben muss. Dadurch dass ein sehr langer Luftstrom aufgebaut und stabil gehalten werden muss, ergibt sich die, für den Bläser verhängnisvolle, Tendenz zum Umschlagen des Tons, bzw. zum Kieksen; deshalb wird das Horn unter Musikern scherzhaft auch gern als "Glücksspirale" bezeichnet.

Im Orchester werden die Hörner üblicherweise paarweise, in der Regel mit 2 oder 4 Hörnern besetzt. In der Blasmusik hat sich in den letzten Jahren allerdings eine Tendenz zur Reduzierung auf drei Hörner ergeben.

Bei den Ratsbläsern werden traditionell (und idealerweise) zwei Hörner besetzt, hier hat sich jedoch eine Tendenz zum Einzel-Hornisten durchgesetzt, da ich mich jetzt schon seit mehreren Jahren allein gegen das Schlagzeug behaupten muss. Dies führt immer wieder zur erstaunten Frage von anderen Musikern: "Was machst du eigentlich als Einzelkämpfer mit deinem Hörnchen bei den Ratsbläsern?"


Zur weiteren Information habe ich hier noch ein paar interessante Links zusammengetragen. Leider führen diese Links alle auf englisch-sprachige Sites, ich habe bisher im deutschen Sprachraum noch keine wirklich guten Informationen bzw. Internet-Seiten zum Horn gefunden.

- International Horn Society

- Thomas Bacon's Horn Page

- The Horn Player's FAQ

- hornplayer.net



WWW-Autor: H.T."Büggels Hein" Hammes, 12.02.2000

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