Das Tenorhorn

 

Nach 1800 begann eine Umgestaltung der bloß zweckgebundenen Militärkapellen zu leistungsfähigen Konzert- Blasorchestern. Dies konnte nur geschehen, weil der Instrumentenbau durch Einführung von Klappen und Ventilen die Spielmöglichkeiten mit einem Schlag ungemein erweiterte. Die bekannte Ventilart war bis dato das sogenannte Pumpventil. Typisches Beispiel ist die Trompete. Die nächste Entwicklung war dann das Drehventil. Dabei wird eine durch Federn gespannte Taste gedrückt, die dann durch eine mechanische Umleitung der Kraft, einen Drehzylinder bewegt. Durch diese Entwicklung traten neue Blechregister in Erscheinung und die Preußen waren es dann letztendlich die das Tenorhorn in seiner jetzigen Form einführten. Insgesamt erinnert das Tenorhorn mit seinem becherförmigen Mundstück an die Posaune, ist jedoch vom Klang her wesentlich weicher.


Robert Kietzer, Autor einer Tenorhorn-Schule sagt über das Instrument: Das Tenorhorn ist eins der ausgiebigsten Instrumente unserer Zeit, welches indessen nur bei der Militär-Musik gebräuchlich ist, aber dort die Partie übernehmen muss, die das Violoncello im Streich-Orchester zu vertreten hat.


Das Tenorhorn ist musikalisch äußerst beweglich und somit wie das Flügelhorn und die Trompete für schwierige Läufe und Melodiepassagen besonders geeignet. Es unterscheidet sich von der Posaune durch den viel weicheren, tragenden Klang. Ursprünglich auch in Trompetenform gebaut, sind heute nur noch die ovale Form (mit Zylinderventilen) oder die Tuba-Form (mit Zylinder- oder Perinet-Ventilen), jeweils mit nach oben gerichtetem Schallbecher gebräuchlich. Tenorhorn und Baritonhorn sind eigentlich identische Instrumente, obwohl die Baritonstimme (im Bass-Schlüssel) mit möglichst weitmensurierten Instrumenten geblasen werden soll, um die etwas tiefere Lage gegenüber den Tenorhörnern (im Violin-Schlüssel) klanglich besser zur Geltung zu bringen. Vier Ventile gehören hier zum Standard. Im Musikverein haben "die Tenöre" weitgefächerte Aufgaben. Von der Melodie über eigenständige Nebensolo-Passagen und harmonische Aufgaben, müssen sie mitunter sogar die Tuben in ihrer Bass-Funktion unterstützen. Ihre eigentliche Domäne ist jedoch die tschechisch-böhmische Blasmusik, wo sie im Wechsel mit den Flügelhörnern für die richtige "Biergartenstimmung" sorgen.

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