Die Rhythmussection 

 

Musikinstrumente, bei denen der Ton durch Anschlagen erzeugt werden gehören zu Kategorie der Membranophone. Diese Instrumente zählen zu den ältesten Instrumenten der Menschheit. Viele Schlaginstrumente sind ursprünglich afrikanischer oder lateinamerikanischer Herkunft (Claves, Maracas, Congas, Agogo). Ihre Hauptaufgabe besteht im Hervorbringen von Rhythmus. 

Daneben werden sie aber auch zum Erzeugen von Geräuschen, Melodien und besonderen Klangfarben verwendet. Unter der großen Gruppe der in Idiophone (Selbstklinger, z.B. Kastagnetten), Membranophone (Fellinstrumente, z.B. Trommel) und Chordophone (Saiteninstrumente; z.B. Hackbrett) eingeteilten Schlaginstrumente werden solche mit bestimmter (z.B. Pauke und Xylophon) und unbestimmter Tonhöhe (z.B. kleine Trommel) unterschieden. Aufgrund der Art der Tonerzeugung zählt übrigens auch das Klavier zu den Schlaginstrumenten.

Zur "Grundausstattung" eines Blasorchesters (und auch der Ratsbläser) im Schlagwerkbereich zählen die große und die kleine Trommel sowie die (türkischen) Becken. Bei den Ratsbläsern gesellen sich hier noch zwei Kesselpauken. Die heute gebräuchlichen Instrumente kamen nach 1700 durch die türkische Militärmusik (Janitscharenmusik) nach Europa und somit in die hiesigen Opern- und vor allem in die Militärorchester. Trommeln oder allgemeine Rhythmusinstrumente an sich sind jedoch wahrscheinlich beinahe so alt wie die Menschheit selbst. In der Umgangssprache wird die große Trommel gern als Pauke bezeichnet. Dies ist jedoch schlichtweg falsch. Unter Pauken versteht man Schlaginstrumente mit einem halbkugelförmigen Resonanzkörper und einem waagerecht darrübergespannten Fell, die meist paarweise geschlagen werden. 

Diese Pauken haben eine stimmbare Tonhöhe im Gegensatz zu den Trommeln, die sich allenfalls in der Klangfarbe nicht aber in der Höhe des Tones verändern lassen. Das Stimmen der Pauke erfolgt ausschließlich durch Veränderung der Fellspannung. Die Technik des Fellspannens ist deshalb ein wichtiger Teil in der Geschichte der Pauke. In der Frühzeit unterscheid et man Reifen- und Netzspannung. Bei der Reifenspannung dient ein übergestülpter Reifen zur Fixierung und zugleich zum Spannen der Membran auf dem Kessel. Bei der Netzspannung werden Zugschnüre direkt am Fellrand angebracht. Seit Beginn des 16. Jahrhunderts wurden zur besseren Regulierung der Reifenspannung die Spannschrauben angewandt, meist etwa sechs oder acht. Ein rasches Umstimmen war bei der traditionellen Schraubenspannung des 16. bis 18. Jahrhunderts nicht möglich, da h ierzu alle Schrauben gleichmäßig verstellt werden müssen. Bei der modernen Maschinen- oder Pedalpauke wird der Schraubenzug zentral gelenkt, weshalb das Umstimmen schlagartig erfolgen kann.  Die Pauken der Ratsbläser haben einen Resonanzkörper aus Kunststoff werden über einen Metallring mit Schrauben gespannt; fallen also in die Kategorie der  Reifenspanner. Da ein Naturfell äußerst empfindlich auf Temperaturschwankungen reagiert, verwendet wir die weitverbreiteten Kunststoffmembranen.  



Die Qualität des Paukenspiels wird durch verschiedene Fakten bestimmt : 
Es sind die Intonation,
die Lockerheit und damit die Leichtigkeit des Spielens, 
die Qualität der produzierten Töne und Klänge 
und die Beherrschung der verschiedenen Dämpfungsvorgänge. 
Jedes dieser Kriterien stellt den Studierenden vor besondere Probleme, 
mit denen er sich auseinandersetzen muß, 
denn erst die Bewältigung aller
Schwierigkeiten und die Kenntnis der verschiedenen Möglichkeiten 
macht den qualifizierten Pauker aus.
(Siegfried Fink, 1976)

 

Bei den Fellinstrumenten sind die gespannten Membranen nur Schwingungserreger; ihre Schalleistung allein wäre sehr klein. Diese Instrumente bedürfen eines Resonators und eines Schallstrahlers. Erst hierdurch werden die „Häute" - auch Felle genannt- zu musikalisch brauchbaren Instrumenten. 

Die kleine Trommel, auch Snare drum oder Schnarrtrommel genannt, gehört ebenfalls in die Kategorie der Membranophone. Der Resonanzkörper besteht aus einem Blechzylinder der mit einem Schlagfell und einem Resonanzfell bespannt ist. An der Unterseite des Resonanzfells ist die Kette montiert. Diese Kette besteht aus mehreren feingliedrigen Ketten die den typischen Wirbeltrommelklang erzeugen. Der Schlag des Sticks (unter Nichtmusikern auch gerne "dä Stock" genannt) lässt das Schlagfell vibrieren. Die Luftschwingungen wiederum erzeugen eine Schwingung des Resonanzfells und lässt die Kette kurz vom Fell abheben. Mit dem metallischen Schlag prallt die Kette wieder auf das Fell. Dies erzeugt den oft typischen Ton der Wirbeltrommel. 

 

 

Die eigentlichen Trommeln, auch Schnarrtrommeln genannt,
sind selten wo anders als in den großen
Blasinstrumentenorchestern. recht am Platze. Ihre Wirkung ist
um so besser und vornehmer, in je größerer Anzahl sie
vorhanden sind. Eine einzige Trommel, namentlich mitten in
einem großen Orchester, ist mir stets dürftig vorgekommen.
(Hector Berlioz, 1904)
Deswegen sind die kleinen Trommeln bei den Ratsbläsern auch doppelt besetzt (Anm. d. Autors)

 

Die Große Trommel ist bis auf die fehlende Kette eine große Wirbeltrommel mit Holzgehäuse. Die Große Trommel hat mit der Wirbeltrommel die Aufgabe der Rhythmusbildung. Bei den Ratsbläsern wird zum Spiel der "Trumm" ein kurzer Schlegel benutzt. Dieser erzeugt zwar einen nicht so lauten Ton, hat aber den Vorteil der Geschwindigkeit- ansonsten kommt man beim Tempo des Kommandanten einfach nicht hinterher. :-))

 

 

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